Änderungen mit Star Wars X-Wing 2.5

Mit einem großen Rule-Change hat Atomic Mass Games das Spiel nun gänzlich für sich adaptiert. Die Änderungen tragen den inoffiziellen Namen „Star Wars X-Wing 2.5“. In diesem Beitrag fassen wir einmal alle Änderungen zusammen und zeigen dir, was du zum Spielen der neuen Version brauchstl

Inhaltsverzeichnis

Wie kurz vor Weihnachten bereits in einem Livestream angekündigt, sind die Änderungen von Atomic Mass Games an Star Wars X-Wing nun auch offiziell erschienen. Schauen wir uns an, was Spielerinnen und Spieler dann erwartet.

Hindernisse

In Star Wars X-Wing Edition 2.5 werden die Hindernisse böser – deutlich böser! Wer Asteroiden, Trümmer- und Gaswolken zuvor schon lästig fand, der muss jetzt ganz stark sein, denn das Folgende wird unter diesen Umständen nur schwer zu ertragen sein.

Hindernisse verhindern Angriffe – und zwar alle!

Du hast richtig gelesen, in Edition 2.5 wird das Landen auf allen Hindernissen zum Problem, da kein Angriff mehr möglich sein wird. Bisher war dieser Malus einzig und allein den Asteroiden vorbehalten. Von Gas- und Trümmerwolken aus konnte weiterhin ein Angriff durchgeführt werden. Das ändert sich nun. Darüber hinaus ziehen die einzelnen Effekte der verschiedenen Hindernisse noch einmal deutlich an.

Asteroiden verursachen bis zu zwei Schaden

Wer auf einem Asteroiden landet oder durch diesen hindurch fliegt, bekommt automatisch einen normalen Treffer als Schaden zugeteilt. Im 2.0 musste für diesen noch ein roter Würfel geworfen werden und erst bei einem normalen oder kritischen Treffer wurde Schaden zugeteilt. Das ist auch immer noch der Fall – zusätzlich zu dem Schadenspunkt, den du auf jeden Fall bekommst. Im schlimmsten Fall bekommt dein Schiff also zwei Schaden durch ein fehlerhaftes Manöver. Selbstzerstörungen durch Asteroiden werden dann wohl häufiger. Ein kleiner Trost: Auf diese Art werden offenbar nur verdeckte Schadenskarten zugeteilt, kritische Treffer sind somit ausgeschlossen.

Trümmerwolken stressen gewaltig

Schon in Edition 2.0 haben Trümmerwolken Stress verursacht. Das bleibt auch in Star Wars X-Wing 2.5 der Fall. Neu ist die Tatsache, dass auch hier nun um einen Schadenspunkt gewürfelt werden muss: Das Ganze funktioniert wie beim Asteroiden auch. Wer einen normalen oder kritischen Treffer würfelt, bekommt einen Schaden. Das Verursacht Stress bei Pilot:in und Spieler:in.

Gaswolken: Keine Locks, Anstrengung und … Ionisierung?

Bisher empfand ich die Gaswolken als das am wenigsten bestrafende Hindernis in X-Wing. Das ändert sich mit Edition 2.5 aber. Es bleibt dabei, dass dein Schiff beim Landen oder Durchfliegen einer Gaswolke Anstrengung erhält und beim nächsten gegnerischen Angriff einen grünen Würfel weniger werfen darf.

Neu ist, dass ein Schiff bei Kontakt mit einer Gaswolke alle Target Locks verliert. Ganz offensichtlich bestehen die Nebel aus bewusstseinsverändernden Stoffen. 😉 Daneben besitzt die Wolke künftig noch einen dritten Effekt: Wieder musst du einen roten Würfel werfen, bei einem kritischen Treffer erhält dein Schiff solange Ionenmarker, bis es ionisiert ist. Das macht das Fliegen mit großen Schiffen zur Herausforderung, da sie durch das Hindernis genauso schnell ionisiert werden können wie kleine Schiffe, das Umfliegen mit großen Schiffen aber logischerweise deutlich schwieriger ist. Zwar besteht für diesen letzten Effekt nur eine Chance von 1/8, wenn du Pech hast, kommt dich die Wolke aber sehr teuer zu stehen.

Änderungen beim Bumbing

Auch die Kollision mit anderen Schiffen, das sogenannte Bumbing, erfährt in Edition 2.5 eine Reihe von Änderungen. Dabei macht es künftig einen erheblichen Unterschied, ob du dein eigenes oder das Schiff deiner Gegner:in rammst.

Bisher gab es die Unterscheidung nicht. Ein Schiff, das in ein anderes hinein flog, übersprang seine Aktionsphase und konnte sich demzufolge keine Tokens zuweisen. Außerdem waren Angriffe in Reichweite 0 nicht möglich. Das Ändert sich jetzt.

Bumbing mit einem feindlichen Schiff

Die Kollision mit einem feindlichen Schiff wird in Star Wars X-Wing 2.5 nicht mehr so bestrafend sein. Anstatt deine Aktionsphase komplett überspringen zu müssen, gesteht Atomic Mass Games dir zukünftig einen Fokus- oder Berchnen-Token zu. Das ist in den allermeisten Fällen besser als nichts.

Bumbing mit einem eigenen Schiff

Umso härter wir in der neuen Edition das Bumbing mit eigenen Schiffen bestraft. Du überspringst nicht nur deine Aktionsphase komplett, erhältst als weder Fokus noch Berechnen, darüber hinaus musst du auch noch für Schaden würfeln! Das funktioniert nach demselben Prinzip wie bei Asteroiden und Trümmerwolken. Durch diese Änderung wird das Fliegen von Schwarmlisten (Staffeln mit vielen Schiffen) schwieriger.

Angriffe auf Reichweite 0 werden möglich … sind aber keine Offenbarung

In X-Wing 2.0 ist das Angreifen auf Reichweite 0 untersagt. 2.5 wird das ändern, allerdings soll der Angriff ein Worst-Case-Szenario sein. Auf Reichweite 0 wird der zusätzliche rote Würfel, den es auf Reichweite 1 geben würde, nicht gewährt. Darüber hinaus können nur Primärangriffe durchgeführt werden, deren Würfel sich nicht modifizieren lassen. Heißt also: Selbst wenn dir durch Kollision mit einem feindlichen Schiff ein Fokus-Token gewährt wurde, darfst du ihn beim Angriff auf das Schiff nicht nutzen. Der Verteidiger hingegen kann auch auf Reichweite 0 seine Würfel modifizieren – und ist dementsprechend klar im Vorteil.

Szenarios: Der Standardmodus wird etwas vollkommen Neues

Ein Spiel nach neuen Regeln, gehostet vpn Atomic Mass Games
In seinem Stream hat Atomic Mass Games die neuen Regeln vorgestellt.

Edition 2.5 krempelt den Standardmodus, also das, was uns von Edition 2.0 als Hyperspace/Hyperraum bekannt war, vollkommen um. Welche Schiffe spielbar sind, kommuniziert der Publisher in Form einer Punkte- bzw. einer Bannliste. Im Standardmodus sind nahezu ausschließlich Schiffe der zweiten Edition spielbar – so kannten wir es bereits von Version 2.0.

Anstatt des klassischen Dogfights, wird künftig eines von vier Szenarien gespielt. Welches das sein wird, kann zufällig oder von den Spielerinnen und Spielern bewusst gewählt werden. Das ist ein Fortschritt, ursprünglich waren die Szenarien komplett als zufällige Wahl geplant.

Einen der Modi hat Atomic Mass Games bereits im Stream vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein objektorientiertes Siegpunktspiel, bei dem Satelliten verteidigt werden müssen. Wer am Ende einer Runde die meisten Schiffe in Reichweite 0-1 zu einem Siegpunkt hält, bekommt 2 Siegpunkte pro Objekt, das auf diese Weise gehalten wird. Wer zuerst 20 von diesen Punkten hat, gewinnt die Runde. Ein Schiff des Feindes zu zerstören bringt ebenfalls Punkte, wobei der Wert des Schiffes durch 10 dividiert und aufgerundet wird. Ist das Schiff einer Spieler:in also 100 Punkte wert, werden bei dessen Zerstörung 10 Siegpunkte gutgeschrieben. Insbesondere Turnierspieler:innen dürfte an dieser Stelle auffallen, dass es sehr viel schwieriger ist, Punkte durch Schaden an feindlichen Schiffen zu erzielen. In 2.0 ist es so, dass eine Spieler:in, die ein Schiff zur Hälfte zerstört, auch die Hälfte der Punkte einfährt. In Edition 2.5 muss ein Schiff hingegen komplett zerstört werden.

Über die weiteren Modi wissen wir bisher noch nichts. Wir updaten diesen Artikel, sobald sich das ändert.

Und wie finde ich das alles?

Ganz ehrlich, mich persönlich haben all diese Änderungen ein wenig skeptisch zurückgelassen. Dabei möchte ich keine voreiligen Schlüsse ziehen und etwas schlechtreden, das ich selbst noch nicht gespielt habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass Szenarien aller Marvel: Crisis Protocol auch in Star Wars X-Wing Spaß machen können. Ich weiß nur nicht, ob ich die Entscheidung gutheißen kann, diese als Standard aufs Auge gedrückt zu bekommen. Für mich war X-Wing immer der klassische Dogfight. Dass meine Slave 1 nun munter um irgendwelche Satelliten ihre Kreise zieht, anstatt Rebellen, Klone und dergleichen zu pulverisieren finde ich … Nun ja, es klingt im ersten Moment zumindest weniger nach Spektakel. Auch weiß ich nicht recht, wie sich die zufällige Auslösung der Szenarien spielen wird. Nicht zu wissen, welcher Modus micht erwartet, macht den Bau einer Liste schwieriger. Aufgrund von „Lospech“ vom Start weg im Nachteil zu sein, weil die eigene Armee für das gewählte Spiel nicht gut gerüstet ist, würde mich persönlich frustrieren. Wie stark der Faktor Glück hier eine Rolle spielt, hängt aber davon ab, wie unterschiedlich die Szenarien sind.

Generell können Szenarien als Beiwerk eine nette Abwechslung sein. Ob ich ständig darauf Lust habe, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Ich will dem Ganzen aber zumindest eine Chance geben, ehe ich nur noch Extended spiele. 😀 Hier sehe ich ein weiteres Problem: Mit den Szenarios wird die Schere zwischen Standard und Extended noch größer. Der Umstand, dass für die Szenarien nur 2.0-Schiffe zugelassen sind, wertet die Konvertierungs-Kits merklich ab. Schon jetzt werden viele Turniere im Extended-Mode gespielt. Dieser scheint mir der in der Community gefragtere zu sein. Wenn ich die Reaktionen auf die kommenden Changes sehe, dann könnte sich das sogar noch verstärken, aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Vermutung.

Sicher bin ich mir dagegen, dass das Spiel mit Star Wars X-Wing Edition 2.5 mehr Komplexität erhält, indem die Hindernisse zu einer größeren Bestrafung werden. Gute Pilot:innen, denen es gelingt, diese zu meiden, werden mit dem neuen Regelwerk zweifelsohne belohnt. Fraglich ist jedoch, ob diese Belohnung auch eine Motivation für neue Spieler:innen ist – oder ob der Schaden durch Hindernisse am Ende nur frustriert.

Angesichts der Szenarien finde ich die Änderungen am Bumbing sinnvoll. In so einem Siegpunktespiel muss die Kollision mit eigenen Schiffen eine Bestrafung sein. Sonst haben es Schwarmlisten zu leicht, sich auf die Siegpunkte zu verteilen und diese zu halten. Das wäre zumindest meine Einschätzung.

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Autorenfoto Feyden

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